Sprache und Demenzerkrankungen

Sprachstörungen treten im Verlauf einer demenziellen Erkrankung häufig auf. Ausprägung und Charakter sind bei den einzelnen zu Demenz führenden Erkrankungen unterschiedlich. Bei der Alzheimer-Demenz als häufigster Demenzform gelten gelegentliche Wortfindungsstörungen und eine weniger artikulierte Sprache als frühe Symptome. Im weiteren Verlauf wird die Sprache informationsärmer, bleibt dabei flüssig, so dass im Alltag keine Einbußen deutlich werden müssen. Bei einer manifesten Demenz erfolgt eine Reduzierung auf einfache Sprachfiguren. Lesen und Schreiben bereiten zunehmend Probleme. Sprachverständnisstörungen sind oft erheblich. Später folgt oft der völlige Verlust einer kohärenten Sprache. Bei der Demenz mit Lewy-Körperchen sind allein die Parkinson-ähnlichen Sprachstörungen charakteristisch. Die drei klinischen Erscheinungsformen frontotemporaler Degeneration unterscheiden sich hinsichtlich des Leitsymptoms. Während bei der frontotemporalen Demenz Verhaltensauffälligkeiten und Wesensänderung dominieren, sind semantische Demenz und primär progrediente Aphasie im Wesentlichen durch komplexe aphasische Störungen charakterisiert.

Quelle: Forum Logopädie November 2008, von Prof. Dr. med. Hans Gutzmann